Samstag, 25. Februar 2017

Volker Looman Finanzanalyst Stuttgart und die Schweizer Banken


Feindseliges Verhalten

Die Deutschen sind Schnäppchenjäger. Fast tagtäglich erhalten wir Schnäppchen-Angebote – sei es von Verkäufern, sei es von Dienstleistungsanbietern wie Banken, ja auch von der Deutschen Bahn – die aus ganzheitlicher Sicht dem Anbieter Nutzen bringen, aber nur bedingt dem Käufer oder Nutzer. Das macht sich eine schweizerische Großbank zu Nutze und bietet ihren deutschen Kunden eine Treueprämie an, wenn sie ihre Einlage verdoppeln. Volker Loomann, ein deutscher Finanzanalyst aus Stuttgart jedoch, der mit den deutschen Sitten und Unsitten bestens vertraut sein sollte nimmt das zum Anlass um über viele Zeilen hinweg über die Schweizer Banken und insbesondere über diese Großbank herzufallen – ein Beispiel: „Die Gier der Schweizer Banker ist höher als alle Viertausender zusammen, die in diesem Land stehen“ (Text nachfolgend). Immerhin, auch in seiner Sicht ist die „Schweizer-Banker-Gier“ begrenzt.

In seinem Eifer die Schweizer Banken schlecht zu machen manipuliert er sogar Zahlen: „Sie werden, auch wenn Sie mit Zahlen auf Kriegsfuß stehen, schnell erkennen, dass ihre Entscheidung in Zukunft jährlich 8000 Euro kosten würde.“ Und jetzt kommt‘s: „Wenn das zehn Jahre hingenommen werden würde (schönes Futur), fielen Kosten von JÄHRLICH 80‘000 Euro an, so … .“ Nun, die Deutschen, die Geld anlegen wollen, sind bestens beraten, wenn sie diesen Finanzanalysten meiden, der offensichtlich mit Zahlen auf Kriegsfuß steht.

Es stellt sich die Frage, warum die führende deutsche Zeitung, die „F.A.Z.“ diesen Artikel unter dem Titel: „Teuer bezahlte Treueprämie“ veröffentlicht (20.12.2016). Sie hat ja einen Korrespondenten in der Schweiz, Johannes Ritter, der in kritisch-zugewandter Art und Weise vielfältig über meine Heimat berichtet.

Zurück zu diesem Stuttgarter Finanzanalysten:
·               Ein Finanzanalyst sollte wissen, dass der Euro schwach auf der Brust ist. Als die Deutschen noch ihre Deutsche Mark hatten, konnte sie sich sehr wohl Ferien in der Schweiz leisten. Jetzt ist das Währungsgefüge so verzerrt – siehe weiter unten – dass „es ihnen zu teuer geworden ist“, wie der Finanzanalyst schreibt, aber mit Absicht den Grund verschweigt.
·               Schweizer Banken sind eindeutig sicherer als Deutsche. Zwar musste die vom Finanzanalysten angefeindete Bank während der Finanzkrise von der Eidgenossenschaft gestützt werden – notabene hat diese Stützungsaktion der Schweiz einen Gewinn beschert. Unter der Aufsicht eines ehemaligen Präsidenten der deutschen Bundesbank steht sie nun wieder auf festen Füssen. Das kann man vom ehemaligen deutschen Flaggschiff, der Deutschen Bank sicher nicht sagen. Auch andere deutsche Banken stehen noch Jahre nach der Finanzkrise schlecht da.
·               Deutsche wie Menschen vieler anderer Nationen legen in der Schweiz ihr Vermögen an, weil dieses Land nicht nur den Ruf hat, sondern auch die Gewissheit bietet, dass seine Währung, der Schweizer Franken, hart ist und es auch bleiben wird.
·               Das kann man ja vom Euro in keiner Weise behaupten. Auf den ersten Blick schuldig ist die Europäische Zentralbank (EZB), die einen immer noch grösser werdenden Geldsee produziert und daher die Schweizerische Nationalbank zwingt, auf Einlagen Negativzinsen zu erheben, weil sonst der Schweizer Franken noch härter und meinem Land so Schaden zufügen würde - Export. Grundsätzlich aber ist der Euro an sich eine Fehlgeburt, die trotz aller Bemühungen sterben wird. Griechenland wird unter dem gegenwärtigen Finanzregime, das hauptsächlich von Deutschland diktiert wird, nie wieder genesen, Italien, auch Frankreich sind große Belastungen für diese „Gemeinschaftswährung“, sie werden es auch bleiben – bis zum Euro-Exitus. Der ist so sicher wie das Amen in der Kirche.


„F.A.Z.“, Dienstag den 20.12.2016 Finanzen 25

Teuer bezahlte Treueprämie

Die eidgenössischen Bankiers sind wirklich höfliche Zeitgenossen. Sie haben sich in ihrem Brief an meine Mandantin gleich viermal bedankt: Danke, Merci, Grazie, Grazia! In der Schweiz kenne man viele Möglichkeiten des Dankes, schreiben die beiden Direktoren von der UBS aus Zürich, doch es sei egal, für welche Sprache man sich entscheide. Das Vertrauen in die Bank sei mehr wert als ein paar Dankesworte, und deshalb wolle man Treue belohnen, schließlich könne man sich ja auf die individuelle Vermögensberatung und das fundierte Fachwissen der Bank der Vermögensverwaltung verlassen.

Nach dieser „umständlichen“ Ouvertüre – der Schweizer neigt eben von Natur aus zur Bedächtigkeit – kommen die beiden Herren allmählich zur Sache. Wenn die Vermögenswerte bei der UBS Switzerland AG bis zum 3. März 2017 verdoppelt und in einem Verwaltungsmandat angelegt werden, würden dem Konto direkt 2000 Euro als „Treueprämie“ gutgeschrieben, so dass sich das neue Investment „mehrfach“ lohne. Die Bank hülfe dabei, finanzielle Ziele zu erreichen. In einem Anlageumfeld, das komplexer und unberechenbarer sei als je zuvor, habe die Bank einen Prozess entwickelt, welcher das Fachwissen von Anlagespezialisten und Kundenberatern verknüpfe. So könnten die Anleger von einer Beratung und Lösungen profitieren, welche noch besser auf den Kunden und die aktuelle Marktsituation ausgerichtet seien.

Sie wissen ja, liebe Leserinnen, werte Leser, dass ich das einfache und klare Wort liebe. Ich bin schwer beeindruckt, wie viel leeres Stroh zwei Helvetier auf einer halben Seite edlen Briefpapiers dreschen können. Das will gelernt sein, das schaffen nur wenige. Solche Fähigkeiten sind Leuten vorbehalten, die es mit Bravour und Brillanz schaffen, nichts zu sagen und dabei auch noch üppig zu verdienen: Vermögen verdoppeln und Treueprämie kassieren! Zu diesem urigen Unfug fällt mir wirklich nichts ein. Halt! Das stimmt nicht ganz. Ich möchte Ihnen einfach mal an einem Beispiel zeigen, wie sich das für Sie rechnet, wenn Sie ein Schnäppchenjäger sind und der Verlockung doch nicht widerstehen können. Man weiß ja nie, was im Kopf deutscher Anleger so vor sich geht, wenn Prämien und Rabatte winken.

Die verehrte Dame, welche diesen Brief erhalten hat, hat einige Jahre lang 200 000 Euro bei der UBS angelegt. Nun hat sie die Nase voll, nein, sie hat sie sogar gestrichen voll, weil sie gemerkt hat, dass ihr die Schweizer ganz schön auf der Tasche lagen. Das Mandat hat unter dem Strich jedes Jahr zwei Prozent gekostet: Gebühren, Kommissionen, Provisionen und Retrozessionen schlugen mit 4000 Euro pro Jahr zu Buche, und bei solchen Summen läuft auch „Sauschwaben“, wie die Deutschen in eidgenössischen Fachkreisen tituliert werden, irgendwann die Galle über. Das können Sie doch verstehen – oder besitzen Sie besonderen Edelmut?

Nun stellen Sie sich einmal vor, die Anlegerin würde ihren Einsatz verdoppeln. Sie könnte locker vom Hocker weitere 200000 Euro an die Limmat transferieren, weil sich auf ihrem (deutschen) Girokonto genügend Bargeld türmt. Be-stimmt werden Sie, auch wenn Sie mit Zahlen auf Kriegsfuß stehen, schnell er-kennen, dass diese Entscheidung in Zukunft jährlich 8000 Euro kosten würde. Wenn das zehn Jahre hingenommen werden würde, fielen Kosten von jährlich 80000 Euro an, so dass ich Sie in aller Offenheit frage, wie Sie die 2000 Euro beurteilen. Ist das wirklich eine Treueprämie? Oder sind die 2000 Euro eher ein Almosen? Oder sind sie sogar ein finanzieller Verdienstorden für besondere Arglosigkeit im Umgang mit Geld?

Ich kann Ihnen nur in aller Deutlichkeit zurufen, sich von dieser „Dreistigkeit“ nicht beeinflussen zu lassen. Ich lege sogar noch eine Schippe drauf. Falls Sie bisher Geld in der Schweiz angelegt und nicht gemerkt haben, wie Sie gemolken worden sind, ist das schon schlimm genug. Wenn Sie jetzt aber das Vermögen auch noch verdoppeln, ist Ihnen wirklich nicht mehr zu helfen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Sie sind älter als 18 Jahre, Sie sind freier Anleger, und Sie haben das Recht, mit Ihrem guten Geld zu machen, was Sie wollen. Ich finde nur die Hoffnung, für eine „Treueprämie“ von 2000 Euro „individuelle“ Hilfe bei der Verwaltung von 400000 Euro zu erwarten, ziemlich naiv und putzig. Ihnen wird die Gebühr eines Quartals erlassen, danach geht die Abzockerei fröhlich und munter weiter.

Bitte lassen Sie alle Hoffnung fahren, dass Sie mit 400000 Euro etwas Besonderes sind. Damit sind Sie in Deutschland ein kleiner Fisch, und damit sind Sie in der Schweiz ein winziges Fischlein. Sie werden in ein großes Becken geworfen und mit Tausenden von Anlegern aus aller Welt nach allen Regeln der Kunst abgekocht. Mir ist schon bewusst, dass das harsche Worte sind, doch die Wahrheit muss auf den Tisch. Da bin ich unerbittlich, weil mit vielen Schweizern nicht gut Kirschen essen ist, wenn es um Geld geht. Ich hoffe von Herzen, dass Sie den Unterschied spüren. Ich kritisiere nicht den Eidgenossen als Menschen, sondern den Umgang des Schweizers mit fremdem Geld.

In meinen Augen brauchen Sie kein Konto in der Schweiz – egal, ob es um 400000 oder 40000000 Euro geht. Sie benötigen eine simple Strategie, was Sie mit Ihrem vielen Geld machen, und Sie brauchen solide Finanzprodukte. Mehr ist nicht notwendig, und was Sie sich in der Schweiz erhoffen, bekommen Sie in Deutschland für einen Bruchteil der Gebühren. Ganz im Ernst, verehrte Achtel-, Viertel-, Halb- und Ganzmillionäre, Hand aufs Herz: Warum pilgern Sie nicht mehr in Massen zum Skifahren nach Arosa, Davos, Sankt Moritz, Saas Fee oder Zermatt? Die Antwort ist doch ganz einfach: Weil es Ihnen einfach zu teuer geworden ist.

Nun frage ich Sie, warum in der Vermögensverwaltung andere Gesetze gelten. In der Schweiz gibt es für sichere Anlagen auch keine Zinsen mehr, doch an den Gebühren hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert. Ich behaupte sogar das Gegenteil. Die Gier der Banker in der Schweiz ist höher als alle Viertausender zusammen, die in diesem Land stehen. Bitte bleiben Sie lieber unten im Tal auf dem Boden stehen, dort steht es sich einfach sicherer, und eine Treueprämie, die Sie aus Ihrer eigenen Tasche bezahlen, haben Sie doch nicht nötig – oder etwa doch?

Der Autor ist Finanzanalytiker in Stuttgart.

Er heisst Volker Loomann

Montag, 20. Februar 2017

Eva Herzog: Wir brauchen nicht Sozis, die den Bürgerlichen hoffieren

Zusammenfassung der beiden vorangehenden Artikel:

Frau Eva Herzog:
Wir brauchen keine Salon-Sozialdemokraten.

Lieber waschechte Sozis als solche Salon-Sozi, die nur um eines höheren Amtes willen bürgerliche Ansichten vertreten:
Eva Herzog möchte gerne Stände- ja Bundesrätin werden!

Mit der Ablehnung der USR III hat Eva Herzog, Regierungsrätin BS auch eine persönliche Niederlage erlitten.

Sie und der Salon-Sozi Prof. Dr. Daniel Jositsch aus Zürich waren die Abtrünnigen der SP, die die USR-III aktiv unterstützt hatten.

Bereits 2012 hat Eva Herzog eine eklatante Niederlage erlitten: Die Basler Stimmbürger lehnten die von ihr lancierte Senkung der Unternehmensgewinnsteuer ab, nachdem ihre eigene Partei das Referendum ergriffen hatte.

Am Wochenende (11./12.02.2017) erlebte Herzog bereits die zweite Niederlage bei der Unternehmenssteuerreform.


Aber Eva Herzog buhlt weiter um die Gunst der Bürgerlichen: 


"Nach dem Nein zur Unternehmenssteuerreform III stehen verschiedene Vorschläge für eine Neuauflage zur Diskussion. Die Vizepräsidentin der kantonalen Finanzdirektoren, Eva Herzog, findet die Idee interessant, die USR mit der Reform der Altersvorsorge zu verknüpfen.

Eine Verknüpfung würde gemäss Herzog einen guten Kompromiss [wir wollen keinen Kuhhandel!] ermöglichen: "Die Sieger auf der linken Seite mässigen sich bei den Forderungen bezüglich einer neuen Steuerreform, dafür kommt man ihnen bei der Altersvorsorge entgegen", sagte sie im Interview mit der "NZZ am Sonntag". [das sind zwei Themen, die keinerlei Gemeinsamkeiten haben].

Eva Herzog, die sozialdemokratische Basler Finanzdirektorin, welche die USR III unterstützt hatte, rät ihrer eigenen Partei zur Zurückhaltung [exakt das Falsche!]. Verlange die linke Seite bei der Gegenfinanzierung zu viel - beispielsweise eine Erhöhung der Dividendenbesteuerung oder eine Kapitalgewinnsteuer -, "dann dürfte keine Einigung mit der bürgerlichen Seite zustande kommen"

Fazit:
Frau Eva Herzog, Regierungsrätin BS,:
Ihr Vorschlag - ein Kombipaket aus USR und AHV - bewirkt Verwirrung, ja Lähmung [ist das beabsichtigt?], ist einer echten Lösung abträglich!

Quelle:
"Die Unternehmenssteuer- und die AHV-Reform könnten verknüpft werden"
„Aargauer Zeitung“ vom Sonntag, den 19.02.2017 um 16:35 Uhr; Quelle: „sda“

USR III Eva Herzog SP Regierungsrätin BS hat verloren!



... für sie per­sön­lich mehr als eine Abstimmung


USR-III-Nein
"Nach der Abstimmungsniederlage ist Eva Herzog nicht mehr unantastbar"
„Basler Zeitung“ vom Dienstag, den 14.02.2017 um 10:26 Uhr

Die Basler SP-Regierungsrätin Eva Herzog galt bisher als unantastbar. Nach dem Nein zur Unternehmenssteuerreform III muss sie nun Differenzen mit der eigenen Partei bereinigen.
Zudem sieht sie sich mit einem möglichen SP-internen Rivalen bei den nächsten Ständeratswahlen konfrontiert: Beat Jans.

Seit zwölf Jahren ist Eva Herzog in der Basler Regierung die Prima inter Pares. Drei Mal hintereinander konnte sie bei den Gesamterneuerungswahlen das Spitzenresultat verbuchen. Geachtet und respektiert bis weit ins bürgerliche Lager entwickelte sich das Image, politisch unantastbar zu sein.

Selbst ihre grösste Niederlage an der Urne steckte Frau Eva Herzog locker weg.
2012 lehnten die Basler Stimmbürger die Senkung der Unternehmensgewinnsteuer ab, nachdem Herzogs eigene Partei das Referendum ergriffen hatte.
Am Wochenende erlebte Herzog nun ein Déjà-vu.

Bei der nationalen Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III (USR III) stand die erfolgsverwöhnte Basler Magistratin Herzog bei der Linken allein auf weiter Flur.
Stattdessen fand sie sich im Abstimmungskampf zwischen bürgerlichen Finanzpolitikern und dem Gewerbeverband – im linken Politjargon «Grüselgegner» – wieder.

Nationaler Support für Jans
Tatsächlich stellt sich nach dem emotionalen Abstimmungskampf die Frage, wie viel Geschirr zwischen Herzog und ihrer Partei zerschlagen worden ist. Gerüchten zufolge soll ihr Parteikollege, Nationalrat Beat Jans, damit liebäugeln, bei den nächsten nationalen Wahlen 2019 für den Ständerat zu kandidieren. Bisher war es in der Politszene eine unausgesprochene und allgemein akzeptierte Abmachung, dass der Basler Sitz im Stöckli für Eva Herzog reserviert ist, sobald Langzeit-Ständerätin Anita Fetz ihren Hut nimmt.

Jans aber gilt als Nationalrat und Vize-Präsident der SP Schweiz als einer der profiliertesten Gegner der USR III und ist derzeit der Mann der Stunde. Offenbar sind in der nationalen SP Bestrebungen im Gange, ihn als Ständeratskandidaten zu unterstützen. Auch am linken Flügel der Basler SP ist die Bewunderung gross: «Ich könnte mir Beat Jans gut als künftigen Ständerat vorstellen», sagt Beda Baumgartner, Sekretär der Unia Nordwestschweiz und ehemaliger Basler Juso-Chef.

So äussern sich Jans und Herzog
In der SP ist man derzeit offiziell bemüht, die Differenzen zu bereinigen: Er habe gestern Morgen mit Eva Herzog telefoniert, sagt Jans. «Die Stimmung zwischen uns ist gut. Beim zweiten Anlauf zur Steuerreform werden wir auf der gleichen Seite kämpfen», ist Jans überzeugt.
Ähnlich äussert sich Regierungsrätin Herzog: Was sie von Exponenten der SP gehört habe, stimme sie positiv: «Man weiss, dass es die Reform braucht und dass es sie schnell braucht», sagt sie.

Anders ist die Stimmung gegenüber Herzog: Sie hat sich öffentlich mit Parteipräsident Christian Levrat gefetzt und ist in der Abstimmungszeitung des Gewerbeverbandes für die USR III aufgetreten. Das hat sie bei vielen Linken in Misskredit gebracht. Und dass die rechtsbürgerliche «Weltwoche» in ihrer letzten Ausgabe die «gnadenlos sachliche» Basler Finanzdirektorin auf den Schild hob und gar zur nächsten SP-Bundesrätin machte, dürfte die Skepsis im eigenen Lager zusätzlich vergrössert haben.

Herzog weibelte zu stark für Ja
Die Beziehung zur Mutterpartei zu kitten wird für Herzog nun die grosse Herausforderung, wenn sie ihre Ambitionen auf der nationalen Polit-Bühne nicht gefährden will. In der Basler SP dagegen gilt sie immer noch als die Grande Dame, die sich für den Kanton stark gemacht hat. «Herzog hatte die Vorteile für unseren Kanton im Fokus», sagt Mustafa Atici. Der SP-Grossrat und Unternehmer wechselte nach anfänglicher Zustimmung zur USR III ins Nein-Lager. «Es war sicher nicht immer eine angenehme Diskussion, aber es ist eine Stärke der SP, dass wir es schaffen, verschiedene Meinungen auch in der Öffentlichkeit diskutieren zu können», sagt Mustafa Atici.

Beda Baumgartner beurteilt Eva Herzogs Verhalten anders: Sie sei im Abstimmungskampf weitaus engagierter aufgetreten, als dies ihre Position als zuständige Regierungsrätin erfordert habe. «Das hat in der Partei viele irritiert», weiss Baumgartner.

Durch das Nein erhalte Herzog nun quasi eine zweite Chance, meint SP-Grossrat Pascal Pfister: «Sie kann dafür sorgen, dass das Abstimmungsresultat ernst genommen wird und die neue Variante unserer Reform in unserem Sinne aufgegleist wird.»


Zur Person von Frau Eva Herzog

Regierungsrätin Kanton Basel-Stadt seit 2004
Curriculum Vitae:
1981 – 1988 Studium der Geschichte, Wirtschaftswissenschaft und Spanisch, Universitäten Basel und Santiago de Compostela (Spanien) 1989 Mitglied Geschäftsleitung des Vereins Dritte Welt-Läden der Region Basel 1990 – 1994 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Forschungsstelle Baselbieter Geschichte 1994 – 1995
Koordinatorin, Verein Frauenstadtrundgang Basel 1995 – 1999 Mitglied Leitungsteam und der Geschäftsleitung, Kulturwerkstatt Kaserne 2000 Freiberufliche Kulturveranstalterin 2001 – 2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin Vizerektorat Forschung, Universität Basel.

Eva Herzog SP Regierungsrätin Baselstadt will Kuhhandel zwischen USR und AHV - verantwortungslos!


"Unternehmenssteuerreform:
Die Unternehmenssteuer- und die AHV-Reform könnten verknüpft werden"
„Aargauer Zeitung“ vom Sonntag, den 19.02.2017 um 16:35 Uhr; Quelle: „sda“


Die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) findet den Ansatz, die Unternehmenssteuerreform III mit der Reform der Altersvorsorge zu verknüpfen, interessant.

Nach dem Nein zur Unternehmenssteuerreform III stehen verschiedene Vorschläge für eine Neuauflage zur Diskussion. Die Vizepräsidentin der kantonalen Finanzdirektoren, Eva Herzog, findet die Idee interessant, die USR mit der Reform der Altersvorsorge zu verknüpfen.

Eine Verknüpfung würde gemäss Herzog einen guten Kompromiss [wir wollen keinen Kuhhandel!] ermöglichen: "Die Sieger auf der linken Seite mässigen sich bei den Forderungen bezüglich einer neuen Steuerreform, dafür kommt man ihnen bei der Altersvorsorge entgegen", sagte sie im Interview mit der "NZZ am Sonntag"[das sind zwei Themen, die keinerlei Gemeinsamkeiten haben].

Die sozialdemokratische Basler Finanzdirektorin Herzog, welche die USR III unterstützt hatte, rät ihrer eigenen Partei zur Zurückhaltung [das ist exakt das Falsche!]. Verlange die linke Seite bei der Gegenfinanzierung zu viel - beispielsweise eine Erhöhung der Dividendenbesteuerung oder eine Kapitalgewinnsteuer -, "dann dürfte keine Einigung mit der bürgerlichen Seite zustande kommen".

Alternative bis im Sommer
Gegen eine Verknüpfung der beiden Reformen ist Daniel Leupi, der grüne Finanzvorsteher der Stadt Zürich, wie er im Interview mit der "Schweiz am Sonntag" sagt. Auch den Vorschlag, die Vorlage aufzuspalten, lehnt er ab.

 
Lesermeinungen:
„Frau Herzog liegt falsch – wir wollen keinen Kuhhandel.“

„Ist bei einer Verknüpfung der USR III mit der AHV Revision überhaupt die Einheit der Materie gegeben? - oder nur so so lala? Und ist es klug zwei komplizierte Anliegen zu einer noch komplizierten zu verschmelzen? Das dürfte es nur noch verschlimmbessern.“

„Unglaublich, was die Politiker für Spielchen treiben!
Wenn die Schweiz bachab geht, dann sind das die Politiker in Bern, die das zu verantworten haben.
Die heutigen sind dabei nicht alleine Schuld, denn die Spielchen haben bereits vor ca 15 Jahren begonnen, Der Lobbyismus in Bern muss aufhören. Volksvertreter sind Vertreter vom Volk und nicht die von Wirtschaftsverbänden.“

„Ich vertehe nicht so ganz, warum Frau Herzog nicht endlich zur FDP wechselt, sozialdemokratische Ideen vertritt sie jedenfalls nicht.
Trotzdem finde ich ihre Idee gut, die USR III mit der AHV Revision zu verknüpfen: So müssen wir nämlich nur ein Referendum gegen die neuen Abzockversuche der bürgerlichen Mehrheit ergreifen, statt zwei.“


Zur Person von Frau Eva Herzog

Regierungsrätin Kanton Basel-Stadt seit 2004

Curriculum Vitae 1981 – 1988 Studium der Geschichte, Wirtschaftswissenschaft und Spanisch, Universitäten Basel und Santiago de Compostela (Spanien) 1989 Mitglied Geschäftsleitung des Vereins Dritte Welt-Läden der Region Basel 1990 – 1994 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Forschungsstelle Baselbieter Geschichte 1994 – 1995
Koordinatorin, Verein Frauenstadtrundgang Basel 1995 – 1999 Mitglied Leitungsteam und der Geschäftsleitung, Kulturwerkstatt Kaserne 2000 Freiberufliche Kulturveranstalterin 2001 – 2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin Vizerektorat Forschung, Universität Basel

Sonntag, 12. Februar 2017

So muss es weiter gehen nach dem USR-III-Massaker

Politik und Wirt­schaft sind ge­for­dert, bür­ger­li­che Lö­sun­gen für die Her­aus­for­de­run­ge​​​n und die Sor­gen des Mit­tel­stands zu finden.

Es genügt nicht, nur zu betonen, was gut und wichtig für die Wirtschaft ist.

Wir sind das Volk! - Massaker an der Unternehmenssteuerreform III (USR III)

Wir sind das Volk! - Massaker an der Unternehmenssteuerreform III (USR III)


Die Millionen der Economiesuisse (Heinz Karrer und Monika Rühl), des Schweizerischen Gewerbeverbandes (Hans-Ulrich Bigler) - vor allem dessen achtseitige Werbezeitung - haben erst recht den Widerstand ausgelöst. Sie sind die Verlierer dieser Abstimmung.

Verlierer sind auch die wirtschaftshörigen Freisinnigen, die FDP.Die Liberalen mit Kurt Fluri, Nationalrat SO und Hans-Ulrich Bigler Nationalrat ZH an der Spitze und deren Trabanten, die Grünliberalen (GLP) und die Bürgerlich-Demokraten (BDP).

Verliererin sind auch die wirtschaftsabhängige "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) und ihre Trabanten, wobei die "NZZ" in den letzten Tagen vor der Abstimmung artikelte wie "Der Mittelstand muckt auf" (Hansueli Schöchli).

Nun, der Mittelstand hat beim Massaker an der USR III gezeigt: wir sind das Volk!

Samstag, 11. Februar 2017

Sie entscheiden, wie sie abstimmen – aber sie wollen dies doch in der Erkenntnis tun, dass Sie mit einem „Ja“ keinen einzigen Arbeitsplatz sichern. Alles andere ist gelogen.


Sie entscheiden, wie sie abstimmen – aber sie wollen dies doch in der Erkenntnis tun, dass Sie mit einem „Ja“ keinen einzigen Arbeitsplatz sichern. Alles andere ist gelogen.

In meinem bisherigen Leben – und das dauert doch schon seine Zeit – habe ich noch keine Abstimmung erlebt, bei alle Inhaber von Firmen zu Lasten der Natürlichen Personen mit Geld beschenkt werden durch Steuersenkungen, ohne dass diese Personen – vom Gipsermeister bis zum Verwaltungsrat / dem CEO, der Geschäftsleitung einer Bank, eines Unternehmens – irgendetwas besonderes geleistet haben zum Wohle der Gemeinschaft, zum Wohle ihrer Arbeitnehmer. 
Im Gegenteil, all die, die „in Arbeit sind“ und ihr Arbeits-Einkommen mit ihrem Lohnausweis dem Steuerkommissär offenlegen müssen werden bei Annahme der USR III mehr Steuern bezahlen müssen. Sie haben auch kaum eine Möglichkeit ihr Einkommen zu minimieren, wie dies den Selbständigerwerbende, den Firmeninhabern möglich ist – der Arbeitsplätze wegen.

Mit dieser Steuersenkung bei den Firmen ist kein einziger Arbeitsplatz gesichert, kein einziger neu geschaffen worden. Der Gipsermeister, der Verwaltungsrat – in Zusammenarbeit mit dem CEO und der Geschäftsleitung – befinden, was sie mit dem grösseren Gewinn machen wollen. Menschlich das Nächste ist das eigene Portemonnaie, die eigene Brieftasche; Stichwort: Boni.

Evtl. hat Ihr Arbeitgeber, Ihr Vorgesetzter Ihnen schon zu erklären versucht, was für Wunder bezüglich Arbeitsplätze in der Schweiz die USR III bewirken wird. Auch am Stammtisch oder in der freiwilligen Feuerwehr wird davon die Rede sein, ja ein „Ja“ einzulegen.
Die Zahl der Profiteure von USR III ist nicht klein. Es ist die Rede von einem Steuerausfall in der Höhe von 5 Milliarden. – „Das stimmt nicht!“ – Sachte: das Bundesgericht hat feststellen müssen, dass Sie, Frau Schweizer und Sie, Herr Schweizer bei der Abstimmung über die USR II bezüglichen der Steuerausfälle getäuscht worden sind; Abstimmung 24.02.2008 – verantwortlich: Bundesrat Hans-Rudolf Merz (AR) Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartementes.
Die Ausfälle waren ein Mehrfaches von dem, was der Bundesrat und die Damen und Herren National- und Ständeräte, die dieser Mogelpackung zugestimmt hatten, angekündigt haben.
Dieses Mal sind die Steuergeschenke und Steuersenkungen noch viel ausgeprägter!

Dass die Verwaltung bei Gesetzesvorlagen die entstehenden Ausgaben - hier die Steuerausfälle - schönrednet hat  die Eidgenössische Finanzkontrolle feststellen müssen und vor wenigen Tage öffentlich kund getan.

Sie entscheiden, wie sie abstimmen – aber sie wollen dies doch in der Erkenntnis tun, dass Sie mit einem „Ja“ keinen einzigen Arbeitsplatz sichern. Alles andere ist gelogen.
Aber: Entweder wird der Kantons- und / oder der Gemeinde-Steuerfuss angehoben oder es wird bei der Bildung – den Volksschulen – bei Spitälern und Heimen gespart.
Daher, am 12. Februar: USR III – „NEIN!“