Samstag, 3. März 2018

Merkel versagt! Ihr Verhalten gegenüber der Essener-Tafel ist völlig daneben

Frau Merkels Botschaft nach „Essen“ müsste lauten: "Ich habe verstanden".

"F.A.Z." - Politik, vom Samstag, den 03.03.2018; von Reiner Burger:
 
Grenzen der Integration

Der „Fall“ der Essener Tafel ist ein Wendepunkt in der bisher viel zu sehr von Klischees, Utopien und moralischen Reflexen beherrschten flüchtlingspolitischen Debatte. Kurz sah es so aus, als würden auch diesmal wieder die üblichen Dominanzmechanismen wirken. Doch schon während der improvisierten Pressekonferenz des Vereinschefs Jörg Sartor am Freitag vergangener Woche zerbröselten Weltbilder im Zeitraffer. Der bodenständige Sartor verstand es nämlich ziemlich gut, den Journalisten sein Verständnis von Gerechtigkeit zu erklären. Was soll auch verdammungswürdig daran sein, dass ein privater Verein, angesichts eines Ausländeranteils unter seinen „Kunden“ von 75 Prozent, dafür Sorge tragen will, dass sich nun zunächst wieder Nichtmigranten registrieren dürfen?

Wer Sartor zuhörte oder sich später in den Qualitätsmedien informierte (statt sich im digitalen Reich der Vorurteile zu verlieren), der weiß also schon seit mehr als einer Woche, dass bei der Essener Tafel keine Rassisten oder gar Nazis arbeiten, sondern Leute, die sich aufopferungsvoll im Ehrenamt um Menschen kümmern, die aus unterschiedlichen Gründen „ganz unten“ angekommen sind. Der weiß, dass die Tafel mitnichten beschlossen hat, nur noch an Deutsche Lebensmittel auszugeben.
Der weiß, dass es in Essen (wie andernorts auch) ein Problem mit jungen männlichen Migranten gibt, die keinen Respekt gegenüber älteren Frauen und Müttern haben. 
Der kann also seit mehr als einer Woche wissen, dass es im „Fall“ Essen darum ging, elementare Regeln zu bestimmen, ohne die friedliches Miteinander nicht funktioniert und es Gerechtigkeit nicht mehr gibt. Darwinistische Verdrängung ist das Gegenteil von humaner Ordnung.
Wer das Recht der Stärkeren walten lässt, organisiert soziale Kälte.

Schon vor einer Woche also war die Fakten-Grundlage für einen rationalen Diskurs in der Sache gelegt. Umso absurder ist, dass sich Politiker und sogar hohe Amtsträger noch bis vor kurzem kenntnisfrei über Sartor und dessen Helfer empörten. Merkwürdig war auch der Versuch einiger Medien, eine Ablenkungsdebatte über das angebliche Versagen des deutschen Sozialstaats anzuzetteln.
Nein, der „Fall“ Essen offenbart nicht das Versagen des Sozialstaats. Denn dieser Staat lässt niemanden verhungern. In diesem Staat ist auch niemand auf eine Tafel angewiesen, um nicht zu verhungern. 
Anders als in vielen anderen Ländern ist die Grundversorgung Bedürftiger in Deutschland sichergestellt. Das ist eine großartige Errungenschaft – und für manche Migranten sogar der Anreiz, nach Deutschland zu kommen. Selbst wenn diese Menschen dann (eigentlich) nicht bleiben dürfen, zeigt Deutschland auch ihnen ein freundliches Gesicht.

Womit wir bei der Kanzlerin wären.
Wie sich Angela Merkel in die Debatte eingeschaltet hat, ist sehr bedauerlich.
Ausgerechnet ehrenamtlich Tätige, die mehr als zwei Jahre lang tatkräftig an der Essener Basis dafür Sorge tragen, dass ihre Wir-schaffen-das-Politik nicht floppt, glaubte die Kanzlerin belehren zu müssen.
Genau umgekehrt müsste Merkel es halten.

Ein Rendezvous mit der Essener Wirklichkeit böte ihr die Chance, ein Signal für eine realistische Revision ihrer Flüchtlings- und Integrationspolitik zu geben.
Das Motto müsste lauten: "Ich habe verstanden". 
Von Sartor und dessen Tafel-Freunden könnte sich Merkel am lebenspraktischen Beispiel erklären lassen, wieso man Regeln braucht und diese auch durchsetzen muss, um auf Dauer gerecht zu helfen. 

In einem Anschlusstermin im Essener Rathaus bei ihrem Parteifreund Thomas Kufen könnte sie sich über die Grenzen der Integrationsfähigkeit unterrichten lassen. Seit Monaten warnt Kufen vor einer dauerhaften Überforderung der Städte. Hat das bisher wirklich niemand im Kanzleramt mitbekommen? Allein Essen hat 2015 und 2016 jeweils 4000 Flüchtlinge aufgenommen – mehr als alle ostmitteleuropäischen Staaten zusammen, mit Zuzügen sind es sogar weit mehr als 20000. „Wir sollten die Grenzen nicht austesten“, mahnte Kufen schon im Oktober in dieser Zeitung.

Das Beispiel Essen macht deutlich, dass es darum geht, brisante Verteilungskämpfe zu verhindern. Mit einer Schweiß-und-Verzicht-Rede an die „aufnehmende Bevölkerung“, die einige Kommentatoren nun von der Kanzlerin fordern, wird es nicht getan sein. Entscheidend ist, die Kommunen dauerhaft handlungsfähig zu halten. Gerade im Ruhrgebiet ist eben das in großer Gefahr. Allein Essen hat mehr als drei Milliarden Euro Schulden. Die Zinsen müssen nur ein wenig steigen, dann ist Essen faktisch bankrott und kann sich weder um die Bedürfnisse der „aufnehmenden Bevölkerung“ noch um die der Flüchtlinge kümmern.

Doch in Berlin scheinen die allgemein gute Wirtschaftslage und die hohen Steuereinnahmen den Blick auf die dramatischen Probleme der Ruhr-Kommunen verstellt zu haben.

Ein Besuch in Essen wäre eine gute Gelegenheit für die Kanzlerin, das nachzuholen, was in den Koalitionsverhandlungen versäumt wurde: darzulegen, wie Bund und Länder gedenken die Kommunen von ihren Altschulden zu entlasten.

Berlin März 2018 - Stimmungsbild


Arabische Großfamilien : Wie die Berliner Polizei gegen kriminelle Clans kämpft

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom  Samstag, den 03.03.2018, 08:18 Uhr; von Alexander Haneke , Berlin

Foto:"Aufruhr im Kiez: Auch in das Café „Dolphin´s“ auf der Hermannstraße dringen die Beamten ein." Bild: Jens;

In Neukölln haben sich arabische Familien eine Welt aufgebaut, in der sie sich ihre eigenen Regeln geben. Während anderswo in Berlin noch darüber diskutiert wird, ob der Begriff „Clans“ diskriminierend sei, versucht der Staat, sich wieder Respekt zu verschaffen.

Es ist Freitagabend in Neukölln, und die Staatsmacht hat ihre Kräfte gebündelt, um sich zurückzumelden im Unterholz der Großstadt. Schattenwirtschaft, Geldwäsche, Drogen, Glückspiel und Prostitution, das alles kontrolliert von ethnisch organisierten Clans, die das Viertel unter sich aufgeteilt haben. Ein knappes Dutzend Polizisten der örtlichen Wache, etwa ebenso viele Leute vom Ordnungsamt, dazu ein Mitarbeiter der Bezirksbürgermeisterin, eine Frau vom Wohnungsamt, zwei Beamte der AGIA, wie die Ausländerpolizei heute heißt, und eine Staatsanwältin. „Schwerpunkteinsatz“ nennt man das in Neukölln – alle Behörden ziehen an einem Strang, um dem Recht wieder Geltung zu verschaffen. Cafés, Shisha-Bars, Spielhöllen und illegale Bordelle stehen an diesem Abend auf dem Programm.
Alexander Haneke

Wo der Chef sei, wird im „Cafe easy“ der Mann hinter der Theke gefragt. Der guckt verdutzt und stammelt etwas in seinen langen, grauen Schnauzbart. Wo der Chef sei, wisse er nicht. Er stehe hier nur kurz als Aushilfe. Vielleicht komme der Chef bald, vielleicht aber auch nicht. Und nein, er wisse auch gar nicht, wie der Chef heißt. Ein Fernseher zeigt Fußballspiele, auf der Theke stößt ein Teekocher kleine Dampfwolken in den Raum. Der Kühlschrank hinter der Bar ist fast leer. Im „Cafe easy“, das wird schnell klar, steht der Getränkeumsatz nicht im Vordergrund.

Über das „Cafe easy“ hatte es Hinweise gegeben, dass hier Gestalten aus dem Drogenmilieu verkehrten. Der Schnauzbartträger hinter der Theke wird noch ahnungsloser, als ihn die Beamten nach dem Schlüssel zu dem Hinterzimmer fragen. Einer der Beamten steigt vom Hof aus durch ein angelehntes Fenster in das Zimmer. Der Schlüssel steckt von innen, auf einem Tisch ein Aschenbecher mit einer hastig ausgedrückten Zigarette. Ein Bildschirm zeigt die Videoüberwachung aus dem Gastraum, davor ein Küchenbrett, auf dem gerade ein Block Haschisch mit einem Messer in Portionen geschnitten wurde. Wer auch immer hier gerade saß und das Rauschgift abmaß, während er die Polizisten auf dem Bildschirm ins Lokal kommen sah, er ist längst auf und davon. „Feuer frei“, ruft der Einsatzleiter seinen Leuten zu. Das „Cafe easy“ wird auf den Kopf gestellt.
Der Staat wird zu Machtdemonstrationen herausgefordert

Wann genau die Situation in Neukölln aus dem Ruder gelaufen ist, kann keiner mehr so genau sagen. Der alte Arbeiterbezirk mit seiner dichten Gründerzeitbebauung hatte lange eine wenig beachtete Randexistenz geführt. Zu einer Seite die Mauer, im Westen das riesige Rollfeld des alten Flughafens Tempelhof. Erst der frühere Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky hatte lautstark auf die Probleme des Stadtteils hingewiesen und war dafür aus seiner Partei, der SPD, teils heftig kritisiert worden. Heute führen die berüchtigten arabischstämmigen Familienclans, die allein in Neukölln 1000 Mitglieder zählen sollen, die Liste der Probleme an. Sie fordern den Staat inzwischen mit offenen Machtdemonstrationen heraus, wie dem bewaffneten Überfall auf ein Pokerturnier im Hyatt-Hotel am Potsdamer Platz, der Plünderung der Juwelier-Abteilung im KaDeWe am helllichten Tag oder Einbrüchen im Bode-Museum – oder im Landeskriminalamt.

Im Rest Berlins wird noch diskutiert, ob der Begriff „Clan“ nicht diskriminierend sei. In Neukölln nennt man die Dinge beim Namen. „Es gibt kriminelle Clans in Berlin, die Gebiete unter sich aufteilen, die nichts mit unserem Rechtsstaat zu tun haben wollen“, sagt Buschkowskys Nachfolgerin Franziska Giffey. Von ihrem Amtszimmer hat sie freien Blick auf das dichte Treiben auf der Karl-Marx-Straße, die das Viertel zwischen Sonnenallee und Hermannstraße durchschneidet. Türkische Bäckereien neben arabischen Grillrestaurants, Handy-Läden und orientalische Supermärkte, in den Seitenstraßen immer mehr hippe Cafés und Bars. Neukölln ist längst eines der beliebtesten Viertel für Neuberliner aus aller Welt, die hier Großstadtflair und angesagte Läden finden. „Wir sind in der Debatte teilweise noch an dem Punkt: Darf man das Problem eigentlich so klar benennen oder nicht?“, sagt die SPD-Politikerin. „Und da ist man schnell an dem Punkt: Darf man das Problem haben oder nicht. Aber wir haben das Problem, und wir müssen uns darum kümmern.“
Auf dem Weg zum Einsatz im Auto des Ordnungsamtes. Polizei und Ordnungsamt wollen Präsenz gegenüber Kleinkriminellen und arabischen Familienclans im Bezirk Neukölln zeigen. Bilderstrecke

Die Geschichte der arabischen Clans ist ein Musterbeispiel für misslungene Integrationspolitik. Die Familien, die vor allem im Zuge des Libanon-Krieges nach Deutschland gekommen waren, erhielten hier zwar kein Bleiberecht, konnten aber auch nicht abgeschoben werden, da sie der Libanon nicht als seine Staatsbürger betrachtete. Ein Teil der Familien stammt ursprünglich aus Palästina, andere sind sogenannte Mhallamiye-Kurden, die in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts aus dem Südosten der Türkei in den Libanon gezogen waren. In Deutschland bekamen sie keine Arbeitserlaubnis. Sozialleistungen wurden gekürzt. Die Familien zogen sich zurück in ihre patriarchalische Männerwelt. Sie suchten sich ihre eigenen Wege, um an Geld zu kommen. Regeln, die der Staat vorgab, waren ihnen egal. So führten die Kinder erst die Statistiken der Schulschwänzer und bald die der Intensivtäter an, während sich die Älteren das Viertel untereinander aufteilten. Frauen hatten sich zu fügen. Geheiratet wurde nur zwischen den Familien.
Musterbeispiel für misslungene Integrationspolitik

Inzwischen wird nicht mehr nur im Dunkeln, sondern ganz offen investiert: in Immobilien, Restaurants oder Shisha-Bars. Während der Flüchtlingskrise sollen die Familien ganze Häuser als Notunterkünfte an den Staat vermietet haben. Zwölf bis 14 dieser Familien gibt es in Berlin – je nach Zählung. Acht davon haben ihren Mittelpunkt in Neukölln. Zusammen werden die Clans für gut 20 Prozent der Straftaten im Bereich organisierte Kriminalität verantwortlich gemacht.

Mythos und Wirklichkeit sind oft kaum zu unterscheiden. Im Winter wurde die Stadt durch das Gerücht aufgeschreckt, die Clans versuchten, die Polizeiakademie zu unterwandern. Bisher fehlt dafür jeder Beleg. Doch auch auf den Amtsfluren in Neukölln spricht man von Versuchen, Familienmitglieder in den Behörden zu installieren – was läge näher. Niemand kann bei einem Bewerber mit einem der einschlägigen Namen sicher sagen, ob es ein Versuch der planmäßigen Unterwanderung ist oder schlicht ein Familienmitglied, das sich einen legalen Job suchen will.

Im vergangenen Jahr brachte der Bezahlsender „TNT“ eine Fernsehserie auf den Markt, die im Milieu der Familienclans spielt. Die sei sicher nah an der Realität. „Aber für uns ist der Hype kontraproduktiv, wenn kriminelle Clanfiguren zu Helden werden und dann das große Vorbild für die Jugend sind“, sagt Giffey. „Hier gibt es viele Kinder aus Einwandererfamilien, die keine klare Orientierung haben und auf der Suche sind nach irgendeinem Halt. Und dann sehen sie andere im Mercedes rumfahren und denken sich, die kommen durch damit, das will ich auch.“ Das mit dem Durchkommen soll in Zukunft nicht mehr so einfach sein.
„Wir brauchen keine neuen Gesetze, vorhandene müssen angewandt werden“

Im „Cafe easy“ wird sich kaum rausfinden lassen, wer hinter der Drogenverteilstation im Hinterzimmer steht. Die Männer im Raum sind Türken, die Wände mit Schals und Wimpeln des Istanbuler Fußballclubs Galatasaray geschmückt. Als Betreiberin angemeldet ist eine junge Frau aus Bulgarien, von der keiner weiß, wo sie ist. Wer nur Strohmann ist und wer der eigentliche Chef, lässt sich selten nachweisen. Einziges Indiz ist, wer in der Gruppe als Wortführer auftritt. Vor Gericht reicht das natürlich nicht. Im „Cafe easy“ taucht nach etwa zwanzig Minuten ein junger Mann mit dunklem Bart auf, drei Freunde als Entourage. Mit seinem schwarzen Audi-SUV hält er auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Er stellt sich als der Betreiber der Spielautomaten vor. Automaten sind ein vielseitiges Geschäft. Wer hier sein Geld versenkt, weiß, in welchen Händen es landet, fast wie bei einem Bankschalter.

Doch der Bezirk will sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen – und hat seine eigenen Mittel. „Wir brauchen ja keine neuen Gesetze“, sagt Bürgermeisterin Giffey. „Wir müssen die vorhandenen einfach mal konsequent anwenden.“ Die Schwerpunkteinsätze finden inzwischen regelmäßig statt, trotz aller Personalengpässe in der Verwaltung. „Die Menschen sollen sehen, dass wir wieder da sind. Es muss sich rumsprechen, dass mal wieder einer festgenommen wird.“ Der Staat zieht sich nicht mehr zurück.

Doch die gemeinsamen Aktionen haben noch ein weiteres Ziel. Die Verwaltung soll besser zusammenarbeiten. Ein Grund für die Misere war, dass jedes Amt nicht über den Tellerrand schaute. So fiel es nicht auf, wenn Familien Probleme auf allen Ebenen hatten, mit dem Schulamt, dem Sozialamt, dem Wohnungsamt, der Polizei. Die Antwort ist Austausch auf allen Ebenen. Seit November gibt es eine Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendkriminalität von Bezirksamt und Justiz. Ein „Staatsanwalt vor Ort“ ist für mehrere Tage pro Woche in Neukölln, um mitzubekommen, wenn ein Mitglied der Familienclans im teuren SUV beim Jobcenter vorfährt, um sich die Stütze abzuholen.
Der Staat zieht sich nicht mehr zurück

Im riesigen alten Rathaus soll die rechte Hand wieder wissen, was die linke macht. Flurfunk ist angesagt. Bei gemeinsamen Einsätzen sollen die Mitarbeiter der Ämter mitbekommen, was die anderen machen. „Wir wollen, dass jeder über seinen Schreibtischrand hinausdenkt“, sagt Giffey. Das bedeute mehr Arbeit, weil jeder über seinen Zuständigkeitsbereich hinausdenken müsse. „Aber wir müssen es einfach tun.“ Die Bedenkenträger hätten immer auf den Datenschutz verwiesen, sagt Giffey. „Aber wir können – Datenschutz hin oder her – viel mehr Wissen teilen.“ Kurz: Der Staat muss besser organisiert sein als die organisierte Kriminalität.

Und wenn man den Halbweltgrößen mit dem Strafrecht nicht beikommen kann, hat der Bezirk ja noch das Ordnungsamt. Im „Cafe easy“ bekommen sie das jetzt zu spüren. Das Ordnungsamt braucht für seine Gewerbekontrollen, anders als die Polizei, keinen Durchsuchungsbeschluss. Die Mitarbeiter dürfen überall reingucken. Zum Beispiel unter der Luke, die hinter der Bar zum Vorratskeller führt. Das ist in Wahrheit ein beheizter Raum mit mehreren Schlafplätzen. Für die Dame vom Wohnungsamt ist das nicht nur eine Zweckentfremdung von Gewerbeflächen, sondern auch ein Hinweis, dass hier Betten an illegale Einwanderer vermietet wurden. Bei dem Schnauzbartträger hinter der Theke stellt sich heraus, dass er Hartz IV bezieht – und seine Nebenbeschäftigung dem Jobcenter melden müsste. Toiletten, Spielautomaten, Speisekarten, Getränke, alles wird überprüft. Die Sichtschutzfolie im Schaufenster ist höher als erlaubt – ein Gastraum muss einsehbar sein, besonders in Neukölln. Kurz bevor sie den Laden wieder verlassen, entdeckt einer der Männer vom Ordnungsamt, dass bei den Gläsern im Regal der Eichstrich fehlt. Viele kleine Posten für den Bußgeldbescheid. Das „Cafe easy“ wird amtlich versiegelt. Dann geht die Fahrt weiter, als Nächstes steht eine Spielhölle an der Hermannstraße auf dem Programm.

Trotz ihrer patriarchalischen Strukturen seien die „Clans“ keineswegs straff geführte Organisationen, sagen erfahrene Ermittler. Viele Aktionen würden spontan begangen, nicht von langer Hand geplant. Gemacht werde, was das schnelle Geld bringe. Die Polizei spricht deshalb nicht von „Familien“ oder „Clans“, sondern von „Schwerstkriminalität aus arabischen Strukturen“. In den „Strukturen“ würden Straftaten schlicht als das einfachste Mittel gesehen, um Geld zu verdienen und sich Reputation zu erarbeiten. Bei ihren Versuchen, ins offene Geschäft, ins „Hellfeld“ zu wechseln, seien die Familienmitglieder oft schlechte Kaufleute. Es gebe zwar Familien, die inzwischen internationale Netzwerke aufgebaut hätten. „Aber insgesamt wird das strategische Bewusstsein der Strukturen extrem überschätzt“, sagt ein Ermittler. Die medienwirksamen Aktionen, die offene Provokation der Staatsmacht bringen ihnen am Ende kaum Vorteile. Anders als die meisten Mafia-Organisationen, die diskret vorgehen, suchten viele Mitglieder der Clans Prestige und den großen Auftritt, egal um welchen Preis. Das Muskelspiel steht im Vordergrund.
„Das strategische Bewusstsein der Clans wird überschätzt“

Darauf bezieht sich das Signal, das durch Neukölln gehen soll: Der Staat hat die größeren Muskeln. Für die Mitarbeiter des Ordnungsamts und der anderen Behörden ist es ein seltenes Vergnügen, auf dem Weg durch die schlecht beleuchteten Seitenstraßen Neuköllns in der Kolonne mit den Polizeikräften einen machtvollen Auftritt hinzulegen. Im Alltag ernten sie mit ihren grauen Renault-Dienstfahrzeugen neben den Oberklasseautos der Halbweltgrößen oft mehr Spott als Respekt.

In der Spielhölle in der Hermannstraße sind keine Verstöße zu vermelden. Es geht weiter zu einer Shisha-Bar. Die bekam schon öfter Besuch von den Behörden. Der Betreiber soll zur Seitenlinie einer bekannten Familie gehören. Eine der vielen Randfiguren, die vom Mythos der Clans profitieren. In seinem Wohnzimmer halten sie Hof, was wiederum Gäste anzieht, die sich im Glanz der Gangster sonnen wollen. Die markieren so ihr Revier. In den Straßen, in denen eine Familie den Ton angibt, reicht es schon aus, dass eine der Größen einen Stuhl vor ein Café stellt, um zu demonstrieren, wer hier das Sagen hat.

Ein gutes Dutzend Polizisten stürmt in die Shisha-Bar. Ein paar junge Männer sitzen auf orientalisch gemusterten Polsterbänken und blasen mit ihren Wasserpfeifen große Dampfwolken in die Luft. Was das denn für ein Auftritt sei, ruft der Mann hinter der Theke. „Wir sind hier doch nicht bei der Mafia!“ Alles Schikane, sein Laden sei sauber. Das soll heißen: Wir Araber werden mal wieder vom deutschen Staat diskriminiert. Die Aufforderung eines jungen Polizisten, die Musik auszumachen, ignoriert er. „Ich habe Gäste hier.“ In einer Ecke sitzt der junge Spross einer der bekanntesten Familien und beobachtet den Aufruhr vergnügt. Die besondere Aufmerksamkeit, die ihm die Polizei schenkt, sobald sein Nachname fällt, ist ihm sichtlich angenehm. Einer seiner Onkel, das berichtet er gern, sei eine der bekanntesten Figuren der Szene.

Die magere Bilanz des Einsatzes: ein Spielautomat mit veralteter Software. Bei den Gästen wurde ein Elektroschocker, ein Teppichmesser und eine Dose Reizgas gefunden. Peanuts in Neukölln, aber man habe mal wieder „eine Spur gelegt“, sagen die Männer vom Ordnungsamt. Dann müssen sie eilig weiter. Die Liste, die sie an diesem Abend noch abarbeiten wollen, ist lang.

Donnerstag, 1. März 2018

Diesel vor dem Aus? Politik | Frontal 21 (ZDF): Merkels-Regime versagt bei diesem wichtigen Problem

Diesel vor dem Aus?

"Frontal 21" vom 27.02.2018; von Hans Koberstein und Felix Zimmermann; Link ganz unten

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Weg für Diesel-Fahrverbote in Deutschland freigemacht. Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe. Deutsche Städte müssen nun mehr gegen die Überschreitung der NO2-Grenzwerte tun.
 
In vielen Städten leiden die Bewohner unter der hohen Belastung der Atemluft mit dem Dieselabgas Stickstoffdioxid weit über Grenzwert - für dessen Einhaltung laut Gesetz der Staat sorgen muss. Doch zuständige Behörden und die Bundesregierung versuchen, den Rechtsbruch auszusitzen und die Autohersteller vor teuren Nachrüstungen zu schützen.
So verhinderte etwa das unionsgeführte Bundesverkehrsministerium (BMVI), dass Umweltverbände gegen Kfz-Zulassungen und Verkäufe von dreckigen Dieselfahrzeugen klagen können. Bei der Novellierung des sogenannten Umweltrechtsbehelfsgesetzes forderte das Ministerium, Verbänden für derartige Klagen die Befugnis zu verwehren. Das geht aus internen Regierungsdokumenten hervor, die Frontal 21 vorliegen.

Der Umweltverband "BUND" kritisiert Einflussnahme

Danach verlangte Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) in einem Schreiben an das Bundesumweltministerium (BMU), dass Umweltverbänden keine Klagebefugnis für die Überprüfung von Produktzulassungen eingeräumt wird. Wörtlich heißt es: "Diese Klarstellung ist für das BMVI mit Blick auf Typprüfgenehmigungen des Kraftfahrt-Bundesamtes für Kfz bedeutsam." Das Schreiben ist datiert auf den 9. März 2016, also etwa ein halbes Jahr nach Bekanntwerden des Dieselskandals. Tatsächlich wurde das Umweltrechtsbehelfsgesetz (UmwRG) im August 2017 im Sinne des BMVI novelliert, eine Klagebefugnis für Produktzulassungen wurde nicht aufgenommen.
BUND-Präsident Hubert Weiger kritisiert die Einflussnahme: "Das Bundesverkehrsministerium möchte sich offenbar der demokratischen Kontrolle seiner Arbeit entledigen. Mit seiner Agitation gegen die Klagebefugnis von Umweltverbänden sägt das Verkehrsministerium an einem Grundpfeiler eines funktionierenden Rechtsstaates. Das ist eines Bundesministeriums unwürdig." Umweltverbände wie der BUND und die Deutsche Umwelthilfe wollen Behörden per Gerichtsurteil zwingen, die Zulassung bestimmter Dieselautos zu widerrufen und einen Verkaufsstopp anzuordnen. Ihr Argument: Viele der Fahrzeuge auf deutschen Straßen würden mit verbotenen Abschalteinrichtungen fahren und deshalb mit gefährlichen Abgasen die Gesundheit der Bevölkerung schädigen. Bisher waren diese Klagen erfolglos, da die Verwaltungsgerichte den Umweltverbänden die Klagebefugnis abgesprochen hatten.

Missachtung der Klagerechte für Umweltverbände

Das Umweltrechtsbehelfsgesetz regelt, wie Vereine und Verbände gegen umweltrechtliche Entscheidungen von Behörden klagen können. Grundlage ist die Aarhus-Konvention, die Deutschland ratifiziert hat. Sie sieht umfangreiche Klagerechte für Umweltverbände vor. Die fehlende Umsetzung in deutsches Recht bewertet Professor Gertrude Lübbe-Wolff, ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht, als "Missstand". Gegenüber Frontal 21 erklärte sie: "Im Umweltrecht ist es wichtig, dass Verbände klagen können." Ansonsten sei es nicht möglich, die betreffenden Rechtsnormen durchzusetzen und ihre Einhaltung vor Gericht überprüfen zu lassen.
Das Bundesverkehrsministerium ließ eine Anfrage von Frontal 21 zu dem Schreiben unbeantwortet.
Frontal 21 - hier!
 
Beitragslänge:
8 min
Datum:
 Link: https://www.zdf.de/politik/frontal-21/videos/gerichtsurteil-zu-fahrverboten-100.html

Montag, 26. Februar 2018

Angela Merkels Lächeln


Kaum hatte ich obenstehende E-Mail mit dem Original-Titel-Foto der "F.A.Z."-Redaktion zusammen mit meinem Text zugestellt wurde das Bild ausgetauscht - warum?

Sonntag, 11. Februar 2018

Angela Merkel taumelt - GroKo fraglich: Deutschland taumelt

ANGELA MERKEL  CDU  GROKO  SPD

"GroKo: eine Steilvorlage für die Opposition"
oder
"GroKo: Ein unrühmlicher Abgang für Bundeskanzlerin Merkel"
oder
Merkel: "Mene, Mene, Thekel, Upharsin"
(Altes Testament - David 25,5)

"Darum ist diese Einigung eine Glanzleistung unserer Demokratie - Für Deutschland hat es sich schon jetzt gelohnt" - diese Stimme ist sehr allein im mächtigen Chor der Kritik, ja der Ablehnung der Koalitionsverhandlungen und der daraus resultierenden GroKo.
Noch nie hat es nach einer Bundestagswahl ein solches Geschacher gegeben. Von fairen, tragfähigen Kompromissen kann nicht die Rede sein - im Gegenteil: eine faule stinkende Sache - Beispiele? Glyphosat - im Koalitionsvertragsentwurf unter "Landwirtschaft" (469-480) mit keinem Wort erwähnt. "Abschaffung Solidaritätszuschlag in einem deutlichen ersten Schritt für rund 90 Prozent der Soli-Zahler durch Freigrenze. (421-423)" - bis wann, beantwortet der Koalitionsvertrag nicht. "Wir stellen für die Zuwanderungszahlen fest, dass sie basierend auf den Erfahrungen der letzten 20 Jahre sowie mit Blick auf die vereinbarten Maßnahmen und den unmittelbar steuerbaren Teil der Zuwanderung die Spanne von jährlich 80 000 bis 220 000 nicht übersteigen werden. (533-536)" - d. h. KEINE Obergrenze, wie vor allem von der CSU gefordert. Was passiert, wenn in einem der nächsten Jahre doch mehr Asylbewerber nach Deutschland kommen, dazu kein Wort im Koalitionsvertrag.
Frau Merkel will die Zeichen des Bundeswahl-Desasters nicht erkennen und tritt nicht ins Glied zurück: "Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten". Herr Schulz aber setzt seinem persönlichen Ehrgeiz Grenzen - großer Respekt! Frau Merkel und damit die CDU büßen gewaltig an Macht und Einfluss ein: Die Schlüsselministerien - Finanzen, Außenpolitik, Arbeit/Soziales und Justiz(!) - sowie Umwelt und Familie gehen an die SPD. Die Italiener freuen sich bereits auf deutsches Steuerzahlergeld, das in die "armen" Südstaaten fließen wird. Die Innenpolitik geht an Herrn Seehofer und ermöglicht ihm einen ehrenvollen Abschied aus der bayerischen Politik. Frau Merkel verbleibt noch ein Schlüsselministerium, die "Wirtschaft", daneben Ministerien wie Verteidigung - kein U-Boot ist einsatzbereit bis Mitte 2018 - wie Landwirtschaft (Glyphosat), Bildung und Gesundheit. Bezüglich der Energie-Wende kann Frau Merkel sich nicht auf die Grünen abstützen: nach Annalena Baerbock wird der überschüssige Windräder- und Fotovoltaik-Strom im Netz (in den Drähten) gespeichert! "Und das ist alles ausgerechnet." Im letzten Moment hat Herr Schulz ein Einsehen und verzichtet auf einen Sitz im Bundeskabinett - der Weg ist frei für den bewährten Sigmar Gabriel. Schulz begrenzt so den Schaden, den er in seiner Partei anrichtet deutlich. Die von großen Turbulenzen heimgesuchte EU wird so nicht noch zusätzlich durch die Idee der "Vereinigten Staaten von Europa" belastet.
Der Koalitionsvertrag und die daraus resultierende GroKo wird dem Wählerauftrag in keiner Weise gerecht. In Scharen werden SPD-Mitglieder entweder in die AfD oder zu der Linken abwandern. Die Merkel'sche Alternativlosigkeit ist Wasser auf die Mühlen der AfD. 2017 sind mehr als 200'000 "Flüchtlinge" nach Deutschland gekommen. Das Halali der AfD wird im ganzen Land unüberhörbar sein. Die FDP wird sich bemühen einen Ball nach dem andern ins GroKo-Goal zu versenken, denn unter diesen Umständen ist es besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.
Viele in der CDU murren, aber - ich würde sagen: typisch deutsch - es bleibt beim Gemurre; es kommt nicht zum Sturz von Frau Merkel, die Herrn Kohl gestürzt hat. Schade für Deutschland, schade für die EU, schade für Europa.

Quelle:
"Koalitionsvertrag (Entwurf) 2018"; Link: http://www.habbel.de/wordpress/?p=4206

Dienstag, 6. Februar 2018

Krim AfD - Die Krim gehört zu Russland!


Die Krim gehört zu Russland Datei:Flag of Russia.svg

Das ist die einzig vernünftige Politik:




Die USA haben über die Nato und die EU - namentlich Merkel-Deutschland - versucht, auf der Krim Fuss zu fassen durch Eingliederung der Ukraine in die EU - bis jetzt noch nicht der Fall - und in die Nato - bis jetzt noch nicht gelungen. Dies alles nur dank der Inbesitznahme der Krim und - als Faustpfand - von östlichen Teilen der Ukraine durch Russland. Ein sehr geschickter Schachzug Putins.
Das stelle man sich vor: Kriegsschiffe der USA ankern auf der Krim, bedrohen die russische Schwarzmeerküste. Russland hat keine Flottenbasis mehr am Schwarzen Meer. Das wäre zu vergleichen mit der Inbesitznahme von New Orleans durch die Russen.


Auszug aus der Geschichte der Krim

Die politische Geschichte der Krim im späten Mittelalter ist geprägt von den Auseinandersetzungen und Konkurrenzkämpfen der verschiedenen christlichen Mächte (Genua, Venedig, Byzanz) untereinander sowie den oft problematischen Beziehungen zwischen diesen und der Goldenen Horde respektive dem expandierenden Osmanischen Reich, in dessen Hände die Krim im Verlauf des 15. Jahrhunderts schließlich vollständig fiel. Die bis dahin den Handel dominierenden Italiener wurden nach Konstantinopel und Pera deportiert.

Khanat der Krimtataren
Bild: „Khanpalast von Bachtschyssaraj“; Link:

Im Zuge von Auflösungserscheinungen der Goldenen Horde entstand um 1430 auf der Krim das Krim-Khanat unter der Herrschaft einer Nebenlinie der Mongolenkhane mit der Hauptstadt Bachtschyssaraj, das weite Teile der heutigen Ukraine unter seine Kontrolle brachte. Bereits 1475 fiel es zwar unter osmanische Kontrolle, behielt jedoch ein gewisses Maß an Autonomie. 1502 besiegten die Krimtataren den letzten Khan der Goldenen Horde, was die russische Eroberung Kasans (1552) und Astrachans (1556) förderte. Die Krimtataren unternahmen häufige Raubzüge in das ukrainische Binnenland und nach Russland und machten viele Gefangene, die sie als Sklaven in den Orient verkauften. 1571 drangen sie bis nach Moskau vor und setzten es in Brand, wurden aber im folgenden Jahr in der Schlacht bei Molodi vernichtend geschlagen. Das Krimkhanat beteiligte sich an zahlreichen militärischen Konflikten in Ost- und Mitteleuropa. Die von den Steppenreitern ausgehende ständige Gefahr zwang Russland zum langjährigen Unterhalt einer aufwändigen und kostspieligen Verhaulinie, um sich – auch mit Hilfe der Kosaken – gegen die Tataren zu verteidigen. Zu den ersten russischen Versuchen, auf die Krim vorzudringen, zählten die Krimfeldzüge in der Regierungszeit von Sofia Alexejewna. Im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg verwüstete der deutschstämmige Generalfeldmarschall Burkhard Christoph von Münnich im Dienste der Kaiserin Anna 1736 erstmals die Krim.

Russisches Kaiserreich
Bild: The Russian Squadron on the Sebastopol Roads, Russische Flotte in Sewastopol, Iwan Aiwasowski, 1846

Bis zum Russisch-Türkischen Krieg (1768–1774) war das Khanat der Krim ein Vasallenstaat des Osmanischen Reichs. Mit Hilfe des Russischen Kaiserreichs gelang die Loslösung, die Osmanen mussten im Frieden von Küçük Kaynarca 1774 die „Unabhängigkeit“ der Krim anerkennen, worauf jedoch gleichzeitig eine schleichende Russifizierung folgte. Viele Krimtataren flohen auf das Gebiet der heutigen Türkei.
Unter Grigori Potjomkin kam der Staat der Krimtataren durch Annexion endgültig unter russische Herrschaft: Am 8. April 1783 wurde die Krim formell von Katharina II. „von nun an und für alle Zeiten“ als russisch deklariert. Dies wurde vom Osmanischen Reich jedoch erst mit dem Vertrag von Jassy am 6. Januar 1792 anerkannt. Administrativ unterstand die Krim dem Gouvernement Taurien (russ. Таврическая губерния), zu dem auch ein Teil der östlichen Festlandküste bis zum unteren Dnepr gehörte. „Taurien“ sollte als neuer Name der Krim etabliert werden, setzte sich jedoch nicht durch.
Nach der Eingliederung wurden Kolonisten angeworben, darunter Deutsche, Italiener, Griechen, Bulgaren, Balten und Russen. Letztere waren vorwiegend entlassene Soldaten oder Saporoger Kosaken. Die tatarischen Bauern, die 96 Prozent der tatarischen Bevölkerung ausmachten, wurden in die unfruchtbaren Gebiete im Inneren der Krim zurückgedrängt. Große Teile der fruchtbaren Gebiete wurden ab 1784 unter der Führung Potjomkins an Landjunker verteilt. Als Folge dieser Politik kam es zu einem vermehrten Fortzug der Tataren ins Osmanische Reich, insgesamt verließen 100.000 Menschen die Krim.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde unter der Leitung des Admirals Michail Lasarew Sewastopol zum Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte ausgebaut.
Von 1853 bis 1856 waren die Krim und vor allem Sewastopol Schauplatz des Krimkriegs. Teile der Halbinsel wurden während dieser Zeit vorübergehend von alliierten Truppen (Frankreich und Großbritannien an der Seite des Osmanischen Reiches, ab 1855 noch das Königreich Sardinien) besetzt. Während und nach dem Krimkrieg kam es zu einer erneuten Massenflucht. Das Turkvolk der Tataren sympathisierte traditionell mit dem Osmanischen Reich und fürchtete sich vor weiteren Repressalien der Russen. In den 1870er und 1880er Jahren folgten weitere Emigrationswellen, sodass die Tataren gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Krim nur noch eine Minderheit von etwa 187.000 Menschen darstellten.
Am 29. Oktober 1914 wurde Sewastopol von deutschen, unter türkischer Flagge fahrenden Kriegsschiffen beschossen. Dieser Angriff (sowie der auf Odessa) führte zum Kriegseintritt Russlands gegen das Osmanische Reich.
Im Dezember 1917 wurde nach der Oktoberrevolution auf der Krim von den Krimtataren die Volksrepublik Krim ausgerufen, der erste Versuch einer säkular-demokratischen Ordnung in der islamischen Welt. Sie wurde im Januar 1918 von den Bolschewiki zerschlagen und durch die Taurische Sowjetische Sozialistische Republik (russisch: Советская Социалистическая Республика Тавриды) ersetzt. Diese hielt nur einige Wochen, bis Truppen der ukrainischen Volksrepublik in die Krim einmarschierten.

Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg
Im Russischen Bürgerkrieg hielten Weiße Garden die Krim besetzt. Nach der Niederlage Wrangels marschierte die Rote Armee ein, und 1921 wurde die Krim zur Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb Sowjetrusslands ausgerufen. Sie blieb somit vom Festland, der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik, verwaltungstechnisch getrennt.
Schon kurz nach Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges ordnete Stalin am 18. Juli 1941 die Vertreibung von fast 53.000 Krimdeutschen „auf ewige Zeiten“ an, um deren befürchtete Kollaboration mit den Invasoren zu verhindern. In aller Eile mussten sie das Nötigste zusammenpacken und wurden, zusammengepfercht in Viehwaggons, hauptsächlich nach Kasachstan transportiert. Viele starben schon an den Strapazen der tagelangen Fahrt.
Die Krim wurde nach heftigen Kämpfen um Sewastopol von 1942 bis 1944 durch die Wehrmacht besetzt. Sie sollte mit Bezug auf die germanischen Krimgoten als Gotengau annektiert und mit Südtirolern (vgl. Option in Südtirol) besiedelt werden, wozu es infolge des Kriegsverlaufs allerdings nicht kam.[4] Tausende sowjetische Soldaten und Zivilisten leisteten noch bis in den Spätherbst 1942 erbitterten Widerstand gegen die Wehrmacht in den Katakomben von Adschimuschkai.
Nach der Schlacht um die Krim wurden am 18. Mai 1944 auf Stalins Befehl hin 181.000 Krimtataren wegen ihrer umfangreichen Kollaboration mit den Deutschen (zahlreiche Krimtataren waren aber auch Soldaten der Roten Armee) nach Zentralasien deportiert. Bei dem Transport in Viehwaggons kam etwa die Hälfte der Krimtataren um.
Ihnen folgten 14.500 Griechen, 12.000 Bulgaren, 11.300 Armenier und rund 2.000 Italiener.[5] An die Massendeportation der Volksdeutschen, Tataren, Griechen, Bulgaren und Armenier erinnert das Denkmal „gegen Grausamkeit und Gewalt“ am Bahnhof von Kertsch. Vergessen wurden dabei die Italiener, die seit 1820 in Kertsch lebten.
Stalin hob die Autonomie der Krim innerhalb der Sowjetunion auf.
Auf der Krim fand im Februar 1945 die entscheidende Konferenz von Jalta der Alliierten vor Ende des Zweiten Weltkrieges statt.

Nachkriegszeit
Beschluss des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR (1954)
Die Krim war nach 1946 acht Jahre lang zunächst eine Oblast innerhalb der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR). Die Lebensbedingungen der im Vergleich zum Vorkrieg halbierten Bevölkerung auf der Krim waren schlecht. Glücksritter mit kriminellem Hintergrund zogen ins Gebiet. Die administrative Unterstellung unter die Verwaltung der nahen Ukraine sollte dieses Problem entschärfen.[6]
Nachdem Nikita Chruschtschow sowjetischer Parteichef geworden war, wurde die Krim 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert. Anlass war das 300-jährige Jubiläum des Vertrags von Perejaslaw von 1654, in dessen Rahmen sich der von Polen bedrängte ukrainische Kosakenstaat dem Schutz des russischen Zaren unterstellt hatte.
Nach offizieller russischer Sichtweise (auch der des ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidenten Asarow) brach Nikita S. Chruschtschow damit staatsrechtlich gesehen die Verfassung der Russischen Föderation (RSFSR), die die territoriale Integrität des Vaterlandes zu wahren verpflichtete. Eigentlich hätten der Oberste Sowjet in Moskau und der in Kiew zustimmen müssen. Es gab aber nur eine Abstimmung deren Präsidien, und auch die waren unterbesetzt, also formal nicht legitimiert. Der 1. Sekretär der KPdSU auf der Krim, Pawel Titow, protestierte und wurde dann durch Dmytro Polianski ersetzt.[7]
Der Sohn Nikita Chruschtschows, Sergei Chruschtschow, in den USA lebender Raumfahrtingenieur und Politologe, vertritt die Meinung, dass die Abgabe der Krim an die Ukraine aus rein ökonomischen, nicht aus politischen, moralischen oder ethnischen Gründen erfolgt sei. Zur damaligen Zeit seien Schifffahrtskanäle von der Wolga zur Krim und ins Donezbecken geplant worden, und es sei planerisch klüger gewesen, nur eine statt zwei Sowjetrepubliken (Russische Föderative und die Ukrainische Republik) mit diesen Vorhaben zu befassen. Für Nikita Chruschtschow war es nicht denkbar, dass die Sowjetunion je auseinanderbrechen und so zwischen Russland und der Ukraine eine Staatsgrenze verlaufen könnte.[8]
1967 wurden die Krimtataren offiziell rehabilitiert, zehn Jahre später als die übrigen deportierten Völker. Erst ab 1988 durften sie auf die Krim zurückkehren.

Abspaltung von der Sowjetunion
Bild: Karte der Krim 2014;

Am 20. Januar 1991 sprachen sich 93 Prozent der Krimbewohner in einem Referendum für die „Wiederbegründung der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Krim (ASSK) als Subjekt der UdSSR und Teilnehmer des Unionsvertrages“ aus.
Der Oberste Sowjet der Ukraine bestätigte in einer Entscheidung am 12. Februar 1991 die Gründung einer ASSK, verkündete dabei aber die „Wiederbegründung der ASSK im Bestand der Ukrainischen SSR“. Ein Konstrukt ASSK hatte jedoch zuvor nie innerhalb einer Ukrainischen SSR existiert, so dass die Entscheidung rechtsungültig ist.
(Quelle: „Wikipedia“ - „Krim“)


Aktuelle Situation:
Die USA haben über die Nato und die EU - namentlich Merkel-Deutschland - versucht, auf der Krim Fuss zu fassen durch Eingliederung der Ukraine in die EU - bis jetzt noch nicht der Fall - und in die Nato - bis jetzt noch nicht gelungen. Dies alles nur dank der Inbesitznahme der Krim und - als Faustpfand - von östlichen Teilen der Ukraine durch Russland. Ein sehr geschickter Schachzug Putins.
Das stelle man sich vor: Kriegsschiffe der USA ankern auf der Krim, bedrohen die russische Schwarzmeerküste. Russland hat keine Flottenbasis mehr am Schwarzen Meer. Das wäre zu vergleichen mit der Inbesitznahme von New Orleans durch die Russen.

Juschtschenko - das Werkzeug der USA
Vor dem heutigen Präsidenten Poroschenko war Juschtschenko das Werkzeug der USA, der Nato und der EU.
Juschtschenko positionierte sich innenpolitisch als scharfer Gegner der Russischen Sprache in der Ukraine und unterstützte eine umfassende Ukrainisierung des Bildungswesens, was in den russischsprachigen Regionen des Landes auf Widerstand stieß. Auf internationaler Ebene wollte er die Ukraine an die Europäische Union annähern; so ließ er die Visumspflicht für Staatsbürger aus der EU und der Schweiz aufheben.
Im Konflikt zwischen Russland und Georgien, der schließlich in den Kaukasuskrieg 2008 mündete, unterstützte Juschtschenko die georgische Regierung von Micheil Saakaschwili.
Im Juli 2008 begannen Truppen der Ukraine gemeinsam mit US-Militärs, Truppen aus Georgien, Armenien und Aserbaidschan mit Militärmanövern bei Wasiani.
Nachdem Juschtschenko bereits 2007 den georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili, der ebenfalls in den USA studiert hatte, in dessen Wahlkampf unterstützt hatte, reiste er nach Beginn der Feindseligkeiten zu einem Solidaritätsbesuch nach Tiflis.
Juschtschenko verfolgte mit Nachdruck einen Beitritt der Ukraine zur NATO.

Bild: Umstrittene Gedenktafel für Jaroslaw Stezko in München, die von Wiktor Juschtschenko veranlasst wurde: Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Stetzko_mem_pla.jpg

Juschtschenko setzte sich in seiner Amtszeit für die Ehrung von Mitgliedern und Aktivisten der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) sowie der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) ein, was international auf Kritik stieß. Im Oktober 2007 verlieh Juschtschenko dem umstrittenen UPA-Offizier Roman Schuchewytsch zu dessen 100. Geburtstag den Titel Held der Ukraine. Auch Stepan Bandera wurde von ihm am 22. Januar 2010 mit dem Ehrentitel ausgezeichnet.

Scheitern bei der Präsidentschaftswahl 2010
Bei der Präsidentschaftswahl 2010 erreichte Juschtschenko im ersten Wahlgang vom 17. Januar mit 5,45% der Stimmen den 5. Platz – das schlechteste Wahlergebnis für einen amtierenden Präsidenten in der Geschichte der Ukraine. Oppositionsführer Janukowytsch wurde am 25. Februar 2010 sein Nachfolger als Präsident der Ukraine.
Als Juschtschenkos Partei Unsere Ukraine (Nascha Ukrajina) am 28. Oktober bei der Parlamentswahl 2012 nur 1,11 % der Stimmen erhielt und somit den Einzug in das Parlament deutlich verfehlte, vermuteten Beobachter das Ende seiner politischen Karriere. Viele neutrale Betrachter bezeichneten die Orange Revolution bereits vor seiner Abwahl als gescheitert. Auch ehemalige politische Weggefährten, wie Jurij Luzenko, zeigten sich von Juschtschenkos Amtszeit enttäuscht.
(Quelle: „Wikipedia“ - „Juschtschenko“)


Ideenskizze zur Lösung des „Krim-Konfliktes“:

(Russland hat eine grosse Drohkulisse aufgebaut -aber es wird weder die Baltischen Staaten, noch Polen, noch Rumänien oder Bulgarien angreifen.

Der Komplex „Moldawien“ ist in diesen Betrachtungen nicht berücksichtigt.

Die USA müssen zusammen mit der Nato und der EU, unter Einbindung der Ukraine mit Russland einen Vertrag / Verträge abschliessen, enthaltend:
1. Die Krim gehört zu Russland.
2. Alle Sanktionen gegen Russland werden sofort aufgehoben.
3. Die Ukraine bleibt ausserhalb der EU und der Nato. Sie schliesst mit Russland und der EU Freihandelsverträge ab. Verträge mit der EU finden ihr Pendant in Verträge mit Russland und umgekehrt
4. Die von Russland besetzten Teile der Ukraine werden an diese zurückerstattet.
5. Russland erklärt, keine weiteren Gebiete / Staaten (baltische Länder usw.) zu besetzen, zu erobern.
6. Verletzen die USA, die EU, die Nato, die Ukraine die mit Russland abgeschlossenen Verträge, verletzt Russland die mit den USA, der EU, der Nato, der Ukraine  abgeschlossenen Vorträge so entscheidet ein internationales Schiedsgericht, bestehend aus den Richtern dreier Staaten abschliessend; ein Richter auf Vorschlag der USA/EU/Nato/Ukraine, ein Richter auf Vorschlag Russlands; diese beiden wählen einer Richter aus einem dritten Staat als Vorsitzenden.
6. Poroschenko, ein typischer Oligarch verschwindet von der politischen Bühne. In der Ukraine finden freie, von der OSZE kontrollierte Wahlen statt. Oligarchen sind nicht wählbar.


Die Oligarchen in der Ukraine:
Rolle der Oligarchen
Die ukrainischen Oligarchen sind anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2012 in den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit getreten: Rinat Achmetow als Besitzer des Vereins Schachtar Donezk in Donezk und als Errichter von dessen Arena, Olexandr Jaroslawskyj, der „König von Charkiw“, in gleichartiger Funktion bei Metalist Charkiw und seines Metalist-Stadions, sowie die Brüder Hryhorij Surkis und Ihor Surkis, von denen ersterer auch als Präsident des ukrainischen Fußballverbands (FFU) fungiert, während sein jüngerer Bruder Präsident des ukrainischen Fußballvereins Dynamo Kiew in der Hauptstadt Kiew ist.[11] Laut einigen Analysen in den Medien tendierten bis zu den politischen Umwälzungen seit 2013 die Oligarchen der Ostukraine, etwa der Achmetow-Clan, politisch zur „blauen“, eher russlandfreundlichen Partei des ehemaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch, jene der Westukraine wie z. B. der Pintschuk-Clan zur prowestlichen „orangen“ Seite seines Vorgängers Wiktor Juschtschenko und der ehemaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Dabei wechselten die Unterstützungen und Koalitionen der Oligarchen je nach Geschäftsinteresse auch, zumal die Unternehmen der Oligarchen auch bereits international und nicht mehr nur regional präsent sind. Nach Einschätzung von Klaus Müller (AGH Wissenschaftlich-Technische Universität Krakau) trifft ein schlichtes Ost-West Schema nicht die Realität, da es aufgrund des vorherrschenden Opportunismus unter den Oligarchen keine konstanten Lager gibt.[12]

Entstehung der Oligarchie
Herausgebildet haben sich die dominierenden Oligarchen im Übergang der Ukraine von einer Sowjetrepublik in die Unabhängigkeit in den 1990er Jahren.[12] In der ersten Phase wurden vor allem Handels- und Finanzgeschäfte betrieben, die von staatlicher Seite durch Tolerierung ungesetzlicher Maßnahmen, Staatsaufträge und günstige Kredite unterstützt wurden. Die Gewinne dienten dem manipulierten Aufkauf von Staatsbetrieben und der Übernahme der Firmen von Schuldnern durch staatlicherseits gebilligte Konkursverfahren. Die so entstandenen Holdings in den profitablen Wirtschaftsbereichen der Ukraine waren weiterhin auf staatliches Wohlwollen angewiesen. Der Aufschwung Ende der 1990er Jahre führte zum rasanten Wachstum einiger Holdings und zur Expansion ihrer Geschäftstätigkeit auf den globalen Markt. Nach der Phase der Kooperation zwischen Unternehmern und politischer Elite begannen die Unternehmer Mitte der 1990er Jahre selbst stärker politischen Einfluss zu nehmen: über den Aufkauf von Massenmedien, regionale Seilschaften und die Übernahme politische Ämter.[13]
In den ersten fünf Jahren der Transformation ging die Hälfte der Staatsunternehmen in privaten Besitz über und die ukrainische Wirtschaft wurde vor allem unter drei großen „Clans“ der 1990er Jahre territorial und sektoral untergliedert.[12] In den folgenden Jahren erreichten sie eine Machtstellung auch außerhalb dieser Regionen: am Ende von Kutschmas Amtszeit im Januar 2005 hatten sie unter anderem die Leitung über das Außenministerium, das Energieministerium, die Zentralbank, den Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat und die Zollbehörde. Der ukrainische Präsident Olexander Turtschynow ernannte 2014 die Unternehmer-Politiker Serhij Taruta und Ihor Kolomojskyj zu den Gouverneuren von Donezk bzw. Dnjepropetrowsk.[12]
(Quelle: „Wikipedia“ - „Oligarchen“)


Montag, 5. Februar 2018

Schulz und Nahles bringen die SPD zum Absturz - AfD und FDP gewinnen

POLITIK
05/02/2018 16:37 CET
SPD in Umfrage nur noch ganz knapp vor der AfD
•    HuffPost / ben 


Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Insa für die “Bild” bricht die SPD in der Wählergunst weiter ein.

Das ist passiert:

► Im aktuellen INSA-Meinungstrend verliert die Union (30,5 Prozent) drei Prozentpunkte. Die SPD (17 Prozent) sackt erneut einen halben Punkt ab. Die Grünen kommen auf 12,5 Prozent und gewinnen eineinhalb Punkte, AfD (15 Prozent) und FDP (10 Prozent) gewinnen je einen Punkt hinzu. Die Linke liegt bei 11 Prozent. 

► Die SPD liegt damit nur noch zwei Prozentpunkte vor der AfD.

► Erstmals seit Erhebung des INSA-Meinungstrends gibt es mit zusammen 47,5 Prozent keine Mehrheit mehr für eine Große Koalition aus Union und SPD. Ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen kommt zusammen auf 53 Prozent.

Darum ist es wichtig:

Für die SPD wird es langsam eng – es scheint nicht mehr unwahrscheinlich, dass die AfD die Sozialdemokraten in den Umfragen überholt. 

Beobachter – wie der Journalist Jakob Augstein – sprechen der AfD deshalb schon den Titel “Volkspartei” zu.
Und noch eine Beobachtung ist interessant, die der Korrespondent des britischen Magazins “Economist”, Jeremy Cliffe, auf Twitter macht: Alle Kleinpartein kommen inzwischen auf mehr als 10 Prozent - die alten Volksparteien verlieren dagegen stetig. “Die deutsche Politik fragmentiert”, folgert Cliffe. 

Das müsst ihr noch wissen:

Insa-Chef Hermann Binkert sagte gegenüber “Bild”: “Die GroKo hat keine Mehrheit. Sie schwächt alle daran beteiligten Parteien. Grüne, AfD und FDP profitieren.”
Für den INSA-Meinungstrend im Auftrag von BILD wurden vom 2. bis zum 5. Februar 2018 insgesamt 2034 Bürgerinnen und Bürger befragt.