Samstag, 2. März 2013

Deutschland schaut auf uns: Die F.A.Z. hofft auf eine Annahme der Abzocker-Initiative!





Artikel: „Bürger, Schweizer“
F.A.Z. vom 02. März 2013, „Feuilleton“, Seite 35, verfasst von „kau.“
Link:  http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pseudo-liberalismus-buerger-schweizer-12099660.html

Das ist die sich liberal missverstehende Litanei, die seit einiger Zeit den Liberalismus samt Marktwirtschaft in Verruf bringt.
(eine höchst geistreiche, zutreffende Analyse)

Erstens geht es nicht. Ausserdem ist es reiner Neid, zweite Todsünde von oben, gleich nach Hochmut. Drittens wird es schlimme Folgen haben, Arbeitsplätze, Kapitalflucht und so. Viertens regelt sich sowieso alles von selbst, siehe Wettbewerb. Und wenn es sich fünftens nicht regelt, dann eben, weil es erstens bis drittens nicht geht oder diejenigen, die das Recht dazu haben, es sechstens gar nicht wollen. Das ist die sich liberal missverstehende Litanei, die seit einiger Zeit den Liberalismus samt Marktwirtschaft in Verruf bringt. Egal, ob es um Kennzeichnungspflichten für Lebensmittel geht oder Strompreise, um Vermögens- und Transaktionssteuern oder, wie jetzt, um absurde Bonuszahlungen im Bankensektor und der Grossindustrie. Immer werden uns schlimme Konsequenzen in Aussicht gestellt, wenn Marktergebnisse staatlich korrigiert werden oder gar Verbote ausgesprochen. Dabei könnte beispielsweise kein Mensch sagen, was das wäre, der „Marktpreis für Manager", im Unterschied etwa zu Verabredungen unter Interessierten. Oder will jemand behaupten, auch hierbei handele es sich um ein dezentrales Entdeckungsverfahren, das uns mit der Information versorgt, das Grenzprodukt eines Chefs liege im hohen zweistelligen Millionenbereich? Wieso tat es das eigentlich früher nicht? Waren sie nie wertvoller als heute? Und was ist mit all den Angestellten, von denen es immer heisst, die Firmen bekämen sie nur, wenn man sie mit Geld überhäufe? Wie viele von ihnen drohen denn plausibel mit Abwanderung, mit Unersetzbarkeit?
In der Schweiz kommen die unan­ständigen Zugriffe jetzt zur Volksabstimmung. In der Schweiz also, mit ihrer notorisch wirtschaftsfeindlichen Bevölkerung, die, seit jeher unbesorgt um den Standort, schon immer anfällig für sozialistische Illusionen zentralstaatlicher Anmassung war? Gut also, dass es die Schweiz ist. Wenn es dort geht, bürgerliche Massstäbe politisch durchzusetzen, geht es überall.

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