Sonntag, 1. September 2013

Smart Grid - Erfahrungen in Deutschland -> Stumpfsinn für die Schweiz



Sonne und Wind scheinen beziehungsweise wehen, wann sie wollen. Das macht die Stromproduktion aus diesen Quellen recht volatil und stellt Energieversorger und Netzbetreiber vor neue Probleme: Wie das Stromnetz und die Versorgung von Privatkonsumenten und Industrie stabil halten?
Möglich wären drei verschiedene Wege:
der Ausbau des Stromnetzes in ein leistungsstarkes und bestenfalls Grenzüberschreitendes Verbundnetz,
die Zwischenspeicherung elektrischer Energie, in der Schweiz mittels Pumpspeicherkraftwerke wie Grimsel oder, neu, Linth-Limmern. In Deutschland nur sehr begrenzte Möglichkeiten
das „intelligente“ Steuern von Angebot und Nachfrage nach Strom: Smart Grid, „intelligentes Netz".
Das Steuern von Angebot und Nachfrage von Strom mittels Smart Grids ist technisch problembelastet, teuer, den Stromkunden unsympathisch und für die Schweiz unnötig.
Der Teufel steckt im Detail und in der Umsetzung!
Energieversorger freut es mittlerweile vor allem, wenn Kunden gerade Strom brauchen und gleichzeitig die Sonne lacht und eine frische Brise weht - selbst wenn diese Wetterlage in der Schweiz eher selten ist. Denn dann erzeugen Fotovoltaik-Anlagen und Windturbinen gewaltige Mengen an Elektrizität: In Deutschland ist es heute schon möglich, dass bei „idealen“ Wetterbedingungen (Sonne und Wind gleichzeitig in ganz Deutschland) eine in Fotovoltaik-Anlagen und Windrädern installierte elektrischen Leistung von etwas mehr als 60 Gigawatt [durchschnittliche Leistung eines Kernkraftwerkes (KKW): 1 Gigawatt} erzeugt wird und so den gesamten Strombedarf Deutschlands decken kann, der je nach Saison und Tageszeit zwischen 30 und 80 Gigawatt liegt. Deutschland hat daher im Sommer oft ein Überangebot an Elektrizität. Im Winter dagegen legen Wolkendecken die Fotovoltaik-Dächer und –Farmen still. Auch die Windräder stehen still – ausser an und in der Nordsee.
Infolgedessen geben an wolkenlosen oder windigen Tagen regelmäßig die Preise an der Leipziger Strombörse nach - wovon der Privatkunde jedoch meistens nicht profitiert. Die deutschen Stromnetzbetreiber wissen an solchen Tagen dann nicht, wohin mit dem vielen Strom. Sie exportieren Unmengen davon in die Nachbarstaaten, oft zum Selbstkostenpreis oder gar gegen Bezahlung: Es kann dann vorkommen, dass zum Beispiel die Niederlande oder Frankreich usw. günstigen deutschen Windstrom erhalten und dafür auch noch Geld kassieren. Denn ohne ausreichend potente Abnehmer im Inland belastet der Strom das Netz: Die Spannungsspitzen der Wechselspannung steigen und mit ihr die Frequenz. Empfindliche Verbraucher (z.B.: Computer) funktionieren oft nur in einem sehr enges Spannungs- respektive Frequenzband: In Deutschland darf die Wechselspannung nicht weniger als 49,8 Mal und nicht öfter als 50,2 Mal pro Sekunde ihre Polarität wechseln - ansonsten drohen Schäden bei elektrischen Geräten. Kraftwerke werden gezwungen ihre Stromproduktion abzuschalten, um das von Windrädern und Fotovoltaik-Anlagen überflutete Netz stabil zu halten. Umgekehrt müssen bei Strommangel - es bläst kein Wind/die Sonne scheint nicht- Fabriken, Hütten ihre Produktion abschalten, gegen Entschädigungen versteht sich, die vom Stromkonsumenten bezahlt werden. Allerdings - Kohlen- und Kern-Kraftwerke brauchen Zeit um hoch- und runtergefahren zu werden. Es wäre einfacher, Fotovoltaik-Anlagen abzuschalten, aber das darf der grünen Ideologie wegen nicht sein; „alternative“ Stromerzeuger haben Vorrang. In der Schweiz haben wir den Vorteil der (Speicher-)Wasserkraftwerke; die können sehr rasch Leistung erzeugen oder drosseln.
In Deutschland kam daher die Idee auf, zu versuchen mittels in allen Haushaltungen installierten Strom-Metern, den Smart Grids, den Strom-Spionen intelligente" Netze zu konstruieren.
Der schwedische Stromkonzern „Vattenfall“ hatte grosssprecherisch angekündigt, er werde in Berlin Boiler, Wärmepumpen und Kühlschränke aller Haushaltungen mittels Smart Grids fernsteuern und so die von Fotovoltaik-Anlagen und Windrädern bewirkten starken Strom- Spannungs- und Frequenzschwankungen ausgleichen. Davon ist nicht mehr die Rede. Vattenfall hat sich aus Deutschland zurückgezogen.
Smart Grids brauchen ein extrem grosses und leistungsstarkes Datennetz und ebensolche Server und Rechner, damit die vielen Daten, die pro Sekunde von all den Strom-Spionen (Smart Grids)geliefert werden, verarbeitet werden können und die entsprechenden Ab- und Anschaltungen all der vielen Boiler, Kühlschränke und Wärmepumpen zeitgerecht erfolgen kann. Das Haar in der Suppe ist, dass diese Datensammel- und Steuerungsanlagen extrem empfindlich sind auf Frequenzschwankungen, empfindlich auch auf Spannungsschwankungen. Haushalte, Unternehmen sowie Industrien sollen dann versuchen, ihren Verbrauch in die Zeiten der von Fotovoltaik-Anlagen und Windrädern erzeugten Stromschwemmen zu legen. Das kann über fernsteuerbare Geräte auch automatisiert erzwungen werden.
Zusammengefasst: Smart Grids sind an sich Stumpfsinn, sie führen zur Energiediktatur: Es wird dann geduscht, gekühlt usw. wenn die Sonne scheint, der Wind bläst. Das mag aus der Sicht der Grünen so richtig sein. Jede Religion muss ihre Gläubigen zu Besserem zwingen. Die Grünen in Deutschland wollen, wenn sie an die Macht kommen – was Gott verhüte – kraft Gesetz alle öffentliche Kantinen/Mensen (Verwaltungen, Spitäler, Schulen usw.) zwingen, an einem Tag in der Woche kein Fleischgericht anzubieten. Deutsche Experten sehen gerade einmal 3 Prozent effektiver Energieeinsparungen. Für einen Standardhaushalt mit einem Jahresverbrauch von etwa 4000Kilowattstunden im Jahr entspräche das allerdings nur einer finanziellen Entlastung von weniger als fünf Euro monatlich.
Einer Forsa-Studie zufolge sind in Deutschland nur etwa vier Prozent der Haushalte bereit, für einen neuen digitalen Zähler, der die Basis einer intelligenten Netzsteuerung wäre, Geld zu zahlen. Frage: Wie war das in Arbon? Das hören die Energieversorger und Netzbetreiber gar nicht gern; fordern sie doch gut einhundert Euro für den Austausch des alten, schwarzen Strom-Zählers und kalkulieren gleichzeitig mit höheren monatlichen Mietgebühren. Kein Wunder, dass nach besagter Forsa-Studie über 70 Prozent der Verbraucher der Meinung sind, die Versorger wollten den Umbau des Netzes im Wesentlichen dazu nutzen, die Preise zu erhöhen. Zudem - Die Amortisation der Investitionen in die neue Technik (Smart Grid usw.) braucht viele Jahre. Aber die Hersteller und Zwischenverkäufer dieser unnötigen Smart Grids, die werden schnell reich und darum geht es. 

Zusammenfassung: Da lohnt sich das Smart Grid-Theater, wie in Arbon inszeniert, effektiv nicht.
Was wir brauchen: Konventionelle Kraftwerke liefern die Grundlast und sind in der Lage, mehr Strom zu liefern, wenn die Sonne nicht scheint, der Wind nicht bläst. Bei Stromschwemme werden Windräder und Fotovoltaische-Anlagen abgestellt.

Rhoenblicks Einladung zur Unterzeichnung des KEV-Referendums:

Angesichts der Probleme in Deutschland mit den Strom-Spionen, den Smart Grids und der Tatsache, dass in der Schweiz die von Fotovoltaik und Windrädern durch Überproduktion bzw. Produktionstillstand  ausgelösten Probleme anders, besser gelöst werden können als mit Smart Grids muss in der Energie-Wende" ein Marschhalt zur Besinnung und Positionsbereinigung eingeschaltet werden! Bitte, unterschreiben auch Sie das Referendum gegen eine Erhöhung der "Kostendeckenden Einspeisevergütung" (KEV) - der schweizerischen Stromsteuer!

Argumentarium:


Unterschriftenbogen:



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